Im Auftrag der WIENER GESUNDHEITSFÖRDERUNG – WiG und STADT WIEN MARKETING produzierte die Drehstrom Filmproduktion drei Videos mit den Preisträger*innen des Wiener Gesundheitspreises 2026.
Die Interviewvideos zum Wiener Gesundheitspreis 2026 machen die unterschiedlichen Ansätze der Projekte sichtbar und geben den Verantwortlichen selbst eine Stimme. Die Drehstrom Filmproduktion realisiert individuelle Videoproduktionen und Interviewvideos in Wien für Unternehmen, Organisationen und Institutionen – von der Planung und Produktion bis zur fertigen Umsetzung.
Die Interviews geben Einblicke in die Projekte, ihre Ziele und die Menschen, die dahinterstehen. Im Mittelpunkt stehen soziale Teilhabe, Gemeinschaft, Gesundheitsförderung und der bewusste Umgang mit persönlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen.
Armin Knöbl: Wir sind die Bunten Begegnungen, ein Projekt, getragen vom Verein MUT. Die Bunten Begegnungen sind eine Veranstaltungs- und Kennenlernreihe für Menschen mit Behinderungen. Wir treffen uns einmal im Monat in Wien am Badeschiff und dort gibt es die Möglichkeit für Menschen mit Behinderungen, sich kennenzulernen, gemeinsam zu tanzen, singen, Spaß zu haben und verschiedene Workshops zu besuchen. Es brennt in vielen Menschen mit Behinderungen der innere Wunsch auf soziale Kontakte, weil sie oft mit dem Alltag konfrontiert sind, in ihrer Wohnform oder auch Arbeitsform immer die gleichen Menschen zu treffen. Und das ist schön, da gibt es einige Freundschaften. Aber da ist ein starker Wunsch da, auch neue Menschen kennenzulernen. Und da sind wir sehr froh, dass wir viele schon begleiten durften. Es haben sich tatsächlich viele, viele Freundschaften ergeben und auch einige Liebespaare gefunden. Das Projekt wurde ursprünglich von der Stefanie Hiller ins Leben gerufen, und ich möchte meiner Kollegin und Chefin der Isa Schwager danken, die das Projekt dann wirklich aufgebaut hat. Das Projekt ist von Licht ins Dunkel gefördert, noch bis 2027 und danach möchten wir die Bunten Begegnungen auf stabile Beine stellen und suchen dafür einerseits Partnerschaften mit Locations, andererseits nach Sponsoring. Und wir wollen auch in die anderen Bundesländer gehen und die Bunten Begegnungen ausweiten.
Eva Tretter: Wir können uns ein Leben ohne Smartphone kaum noch vorstellen. Vor allem für Jugendliche, die viel in den sozialen Medien sind, ist das Smartphone ein täglicher Begleiter. Wir sehen in den sozialen Medien aber fast nur noch bearbeitete Bilder mit einem Beautyfilter. Und das macht natürlich was mit uns. Das wollen wir letztendlich in unseren Workshops YOUareART – Ungefiltert schön aufgreifen. Die Idee dazu hatte eine Agentur, dasWeil und jetzt ist es ein Kooperationsprojekt mit der Gesundheit Österreich GmbH – Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung Zukunft, dem Fonds Gesundes Österreich, dem Institut für Frauen- und Männergesundheit FEM Süd und MEN, der Agentur dasWeil, der Heidi Horten Collection und der Gemäldegalerie der Akademie der Bildenden Künste. Wir setzen mit den Jugendlichen direkt im Museum die Workshops um. Anhand der Originalkunstwerke, wo es eine gesellschaftliche Einigung gibt, dass sie schön und ästhetisch sind, werden eben mittels einer App diese Beautyfilter darübergelegt. Das heißt, es wird ein Raum geschaffen im Museum, wo die Jugendlichen sich mit der kritischen Medienkompetenz auseinandersetzen können, mit Schönheitsidealen, wo auch Rollenbilder besprochen werden und wo sie aber auch die Kunstwerke kennenlernen. Dieses Projekt YOUareART – Ungefiltert schön ist damit eine Verbindung aus Kunst, psychologischen Inhalten, Gesundheitsförderung direkt in einem Raum, in einem Museum, der für Jugendliche zum Teil ganz neu ist und wo sie neue Erfahrungen machen können und einfach einen sicheren Rahmen aber haben, über ihre relevanten Themen diskutieren und sprechen zu können.
Werner Fink: LOK ist ein Verein, der sich um Menschen kümmert, die zum Beispiel Psychiatrieerfahrung haben oder zum PSD-Wien gehen und Unterstützung bei Psychiater*innen suchen. Und wir helfen ihnen im Alltag. Das kann von finanziellen Sachen sein, über Medikamente, über Gespräche, über Begleitung usw. 2019 sind wir mit Holland in Kontakt gekommen. Die waren bei uns zu Besuch. Der Verein Pameijer, der hat ein Konzept, das heißt Buurtcirkel – Nachbarschaftskreis. Und wir haben es jetzt Grätzelkreis genannt als klassischer Wiener Ausdruck, um Menschen mehr miteinander in Kontakt zu bringen und ihnen zu helfen, dass sie sich gegenseitig helfen. In Holland heißt es Coach, der ist ein Betreuer. Dann gibt es zusätzlich noch den Volunteer, das soll eine Person aus dem Umfeld der Gruppe oder aus dem Grätzel sein. Bei uns sind es oft Klienten selber, die das übernehmen, die einfach die Gruppe auch unterstützen. Es ist mehr als nur die Betreuung, die wir anbieten, sondern es ist eben auch andere Menschen, die vielleicht ähnliches erleben, vielleicht auch nicht, aber die einfach gemeinsam miteinander Zeit verbringen. So wie wir letztens in der Cooling-Zone waren und plötzlich wir die coole Gruppe sind, wo die Leute zu uns gekommen sind und mit uns ins Gespräch kommen wollten, weil wir als Gruppe dort aufgetaucht sind. Und das haben wir immer wieder. Wir wollen sicher, dass das Projekt weiterläuft. Wir sehen einfach die Erfolge darin. Eine Klientin hat gesagt, dass sie endlich wieder nach außen gegangen ist, endlich wieder Spaß am Leben hat, endlich wieder eine Gemeinschaft findet. Und wir glauben wirklich an das Projekt.
Bunte Begegnungen
Das vom Verein MUT getragene Projekt „Bunte Begegnungen“ schafft Begegnungsräume für Menschen mit Behinderungen. Bei regelmäßigen Veranstaltungen in Wien können die Teilnehmer neue Menschen kennenlernen, gemeinsam tanzen, singen, an Workshops teilnehmen und Freundschaften knüpfen. Das Projekt fördert damit soziale Kontakte, Gemeinschaft und Teilhabe und bietet Raum für neue Beziehungen und gemeinsame Erlebnisse.
YOUareART – Ungefiltert schön
„YOUareART – Ungefiltert schön“ verbindet Kunst, Gesundheitsförderung und kritische Medienkompetenz. In Workshops in Wiener Museen setzen sich Jugendliche mit Beautyfiltern, Schönheitsidealen und Rollenbildern auseinander. Ausgehend von bekannten Kunstwerken reflektieren sie den Einfluss sozialer Medien auf ihr eigenes Selbstbild und diskutieren in einem geschützten Umfeld über Themen, die sie im Alltag beschäftigen.
Grätzelkreis Ottakring
Der „Grätzelkreis Ottakring“ des Vereins LOK bringt Menschen miteinander in Kontakt und stärkt gegenseitige Unterstützung im Alltag. Das auf einem niederländischen Konzept basierende Projekt verbindet professionelle Begleitung mit nachbarschaftlicher Gemeinschaft und gemeinsamen Aktivitäten. Dadurch entstehen neue soziale Kontakte und Möglichkeiten zur Teilhabe – mit dem Ziel, Menschen wieder stärker in die Gemeinschaft und das gesellschaftliche Leben einzubinden.
Caroline Leitner: Mein Name ist Caroline Leitner. Ich bin bei der Caritas zuständig für den Bereich Angehörige und Demenz. Wir bieten da ganz unterschiedliche Angebote zur Unterstützung pflegender Angehöriger und auch für Menschen mit Demenz an. Und eines dieser Angebote ist eben das Café Zeitreise. Mit einer Demenz verbunden ist ganz oft ein sozialer Rückzug, weil es einfach auch so eine stigmatisierte Erkrankung ist. Sowohl die Angehörigen als auch die Betroffenen sind oft überfordert und ziehen sich dann erstmal zurück. Grundsätzlich ist das Café Zeitreise eben ein Angebot für pflegende Angehörige und Menschen mit Demenz gleichermaßen. Es startet mit Kaffee und Kuchen und dann trennen wir uns in zwei Gruppen, wo die Angehörigen in einer moderierten Angehörigengruppe die Möglichkeit haben, sich auszutauschen über ihren Alltag einfach und über das Thema Demenz und alles, was das an Belastung auch mit sich bringt. Und die Menschen mit Demenz können unabhängig von ihren Angehörigen kommen oder auch gemeinsam, ihren Geist und Körper anregen, sozusagen und einfach auch ein soziales Miteinander erleben. Und es ist damit einfach eine Förderung der psychischen Gesundheit sowohl von Angehörigen als auch von Menschen mit Demenz. Wir haben ganz viele positive Rückmeldungen von Angehörigen und auch Menschen mit Demenz. Die Angehörigen finden einfach Menschen, die in einer ähnlichen Situation sind. Sie können sich austauschen, was oft im Familien- und Freundeskreis nicht dasselbe ist, weil es doch dann manchmal zu nah ist oder die Menschen dann doch nicht in genau derselben Situation sind. Und da stehen echt soziale Netzwerke. Und wir haben auch Freiwillige, die in der Aktivgruppe Menschen mit Demenz begleiten und auch da entstehen sehr schöne Freundschaften.
Katharina Zembacher: Wir sind die Häuser zum Leben. Wir sind der größte öffentliche Pflegedienstleiter in Österreich und meine Abteilung heißt “Digitale Innovationen”. Und in denen haben wir unsere Virtual-Reality-Projekte gestartet. Die Idee dazu ist entstanden während eines Digitalisierungslehrgangs 2019. Und da haben wir das erste Mal Anwendungsfälle kennengelernt, wie Virtual Reality für demenziell erkrankte Personen eingesetzt werden kann. Wir haben mehrere Brillen angeschafft und haben eigentlich mal dann während der Corona Pandemie unsere Bewohner*innen auf Reisen geschickt, während wir alle nicht raus durften. Dann haben wir uns aber überlegt, dass wir das Ganze persönlicher gestalten wollen und haben daraus Biographiearbeit gemacht. Wir haben die Leute gefragt: Was waren Grätzel, wo sie sich früher gerne aufgehalten haben. Wenn man kognitiv oder mobil eingeschränkt ist, hat man nicht die Möglichkeit, diese Orte zu besuchen. Und dann haben wir uns auch selber 360° Kameras angeschafft und sind zu diesen Orten gefahren und haben die abgefilmt und ihnen dann im Haus diese Erlebnisse virtuell wieder ermöglicht. Mit einer Bewohnerin zum Beispiel hatten wir voll den “Magic Moment”, da war auch ihre Angehörige da, und die ist sonst nicht mehr sehr gut ansprechbar. Aber den Moment hat sie dann sehr intensiv erlebt und ist dann auch wieder voll in den Austausch gegangen. Und das war auch für die Angehörige sehr rührend. Und genau so etwas wollen wir erreichen, dass wir den Bewohner*innen wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
Monika Rinner: Wir sind ja als Jugendzentrum Strebersdorf recht gut im Grätzel vernetzt. Wir sind ganz am Stadtrand. Und es ist so, dass ganz viele Menschen oder einige Menschen auf uns zukommen sind: Es gibt keinen konsumfreien Raum für Erwachsene in Strebersdorf. Die Idee dahinter war so ein bisschen das, was wir in der Jugendarbeit für Jugendliche anbieten. Also dieses Raum-, Zeit-, Beziehungs-Dreieck einfach auf Erwachsene anzuwenden und zu schauen, wie wird das? Wir machen Jugendarbeit mit Erwachsenen, das heißt, man kann kommen ohne Anmeldung, dann gibt es halt ein feines Beisammensein, das heißt, es gibt meistens Kaffee oder wir kochen was gemeinsam. Es gibt Programm, das wir aber mit den Besucher*innen gemeinsam planen. Also es wird dann gemeinsam gekocht oder gemeinsam gestrickt, gemeinsam gehäkelt. Wir hatten schon eine Yogalehrerin da. Jetzt im Herbst gibt es dann noch ein Kreativtraining. Also das sind so Wünsche, die die Besucher*innen einbringen und die wir dann gemeinsam organisieren und verwirklichen. Was tatsächlich auch schon entstanden ist, dass Jugendliche unseren Besucher*innen vom Grätzeltag KI erklärt haben oder wie nutze ich ein Handy? Was können die einzelnen Apps usw. Das Wichtigste, glaube ich, ist schon Beziehung, füreinander da sein. Aber natürlich auch in Zeiten wie diesen mit Inflation, gemeinsames Kochen, gemeinsam irgendwie Aktivitäten setzen, für die einzelne Personen vielleicht sonst kein Geld hätten oder keine Motivation hätten. Da machen wir irgendwas. Es braucht halt jemanden, der sagt „Komm, gehen wir hin.“
Karin Partel: Mein Name ist Karin Partel, ich bin die Projektleitung vom Projekt GemEinsam, miteinander gegen Einsamkeit, ein Pilotprojekt der Diakonie Eine Welt Sozialdienst, gefördert vom Fonds Gesundes Österreich. Und wir haben den Auftrag, ein gesundheitsförderndes Projekt umzusetzen gegen Einsamkeit. Das Projekt ist verortet in Kaiserebersdorf im Bezirk Simmering. Es ist ja noch einmal am unteren Ende von Simmering. Und als zugereiste Tirolerin war es auch für mich etwas Neues, dort etwas zu etablieren. Es ist gar nicht so leicht. Und das war eben auch unser Anliegen, die bestehenden Angebote vor Ort sozusagen noch mehr bekannt zu machen und die Leute auch dorthin zu bringen. Das ist uns, glaube ich, auch gut gelungen mit einer Online Angebotslandkarte, aber auch einer haptischen, wo man nachschauen kann, wo gibt es diese konsumfreien Zonen. Bewirkt haben wir mit Sicherheit, dass wir die Menschen einmal sensibilisiert haben, dass Vereinzelung für uns Menschen generell nicht gut ist und im Speziellen auch nicht für unsere Gesundheit. Denn Einsamkeit hat eine Auswirkung wie 15 Zigaretten pro Tag vergleichbar. Also man hat so was wie eine “Caring Community” in Kleinformat sicherlich geschaffen und wir haben einfach die Menschen wieder ein bisschen mehr in Begegnung gebracht und auch sensibilisiert, würde ich sagen. Bewegung ist gesund. Das ist allen klar. Aber dass auch Begegnung wichtig ist und vor allem gesund ist, auch das ist wichtig. Und deswegen möchten wir, dass dieser Satz “Begegnung ist gesund” in den Köpfen weiter bleibt, auch wenn das Projekt einmal zu Ende ist.
Café Zeitreise
Das Café Zeitreise der Caritas richtet sich an Menschen mit Demenz und ihre pflegenden Angehörigen. Bei gemeinsamen Treffen können Angehörige Erfahrungen austauschen und Unterstützung finden, während Menschen mit Demenz an Aktivierungsangeboten teilnehmen und soziale Kontakte pflegen. Das Café schafft damit einen geschützten Raum für Begegnung, Austausch und gegenseitige Unterstützung und wirkt sozialem Rückzug entgegen.
VR-gestützte Biografie- und Aktivierungsarbeit für Menschen mit Demenz
Die Häuser zum Leben setzen Virtual Reality ein, um Menschen mit Demenz persönliche Erinnerungen und vertraute Orte wieder erlebbar zu machen. Mit 360-Grad-Aufnahmen werden frühere Lieblingsorte virtuell besucht und in die Biografiearbeit integriert. Die VR-Erlebnisse können Erinnerungen und Gespräche anregen und schaffen besondere Momente für Bewohner und ihre Angehörigen.
Grätzeltag im Jugendzentrum Strebersdorf
Der Grätzeltag im Jugendzentrum Strebersdorf schafft einen konsumfreien Begegnungsraum für Erwachsene im Stadtteil. Gemeinsam mit den Besucher werden Aktivitäten wie Kochen, Handarbeiten, Yoga oder kreative Angebote organisiert. Dabei entstehen generationenübergreifende Begegnungen und neue Möglichkeiten, sich gegenseitig zu unterstützen und Wissen weiterzugeben – vom gemeinsamen Kochen bis zur Erklärung von Smartphone und KI.
GemEinsam – Begegnung macht gesund!
Das Pilotprojekt „GemEinsam – miteinander gegen Einsamkeit“ der Diakonie Eine Welt Sozialdienst setzt in Kaiserebersdorf auf Begegnung und die bessere Vernetzung bestehender Angebote im Grätzel. Eine Online-Angebotslandkarte und eine gedruckte Übersicht machen konsumfreie Treffpunkte und Angebote sichtbar und erleichtern den Zugang zu sozialen Aktivitäten. Das Projekt sensibilisiert für die gesundheitliche Bedeutung sozialer Kontakte und möchte Begegnung als wichtigen Bestandteil von Gesundheitsförderung nachhaltig im Bewusstsein verankern.
Alzbeta Novotna : Mein Name ist Alzbeta Novotna und ich arbeite seit vier Jahren als Schulsozialarbeiterin beim özpgs. Unser Ziel ist es, Kinder und Jugendliche im Schulbereich bestmöglich auf ihrem Bildungsweg zu unterstützen und zu fördern. Ich selbst betreue zwei Schulen, und zwar eine Volksschule und eine Mittelschule im 22. Bezirk. Zur Idee kam es so, dass ich eben von einer Lehrerin gefragt worden bin, ob ich einen Workshop machen kann, einen Präventiv-Workshop zum Thema Emotionen in der Volksschule. Und das habe ich dann auch gemacht und habe mit den Kindern gearbeitet und unterschiedliche Tools erarbeitet, die ihnen helfen. Und am Ende des Workshops wollte ich den Kindern etwas dalassen und das war dann der Gefühls-Notfallkoffer. Also der Gefühls-Notfallkoffer ist ein Tool, das steht den Kindern frei zur Verfügung, den haben sie im Klassenzimmer und da gibt es eben unterschiedliche Methoden und Tools drin zu vier verschiedenen Bereichen. Das eine ist zum Gefühle zeigen, zum Durchatmen, zum Mut machen und zum Anfassen und Fühlen. Irgendwann wäre es natürlich optimal, wenn jede dritte und vierte Klasse so einen Koffer hätte, um ihre Gefühle selber regulieren zu können. Weil es erleichtert natürlich den Alltag in den Klassen. Es stärkt die Empathie, es stärkt das Klassenklima, die Klassengemeinschaft und Ausgrenzung und Mobbing sollte dadurch dann behoben werden oder gesenkt werden.
Claudia Grabner: HABIT – Haus der Barmherzigkeit Inklusionsteam begleitet Menschen mit komplexen Behinderungen und hohem Pflege- und Betreuungsbedarf. Ausgangspunkt unseres Projekts ist die Frage, wie ältere Mitarbeiter*innen gesund, motiviert und gut begleitet bei uns arbeiten können, wie wir Wissen im Unternehmen halten können. Und außerdem wollten wir auch ganz gezielt Menschen ansprechen, die sich nach 50 noch beruflich verändern möchten und einen Neustart wagen. Ein zentraler Erfolgsfaktor war die Beteiligung der betroffenen Kolleg*innen. Ihre Expertise ist eingeflossen in unterschiedliche Formate. Außerdem haben wir alle unsere Führungskräfte in Workshops zur altersgerechten Arbeitsgestaltung sensibilisiert. Besonders erfreulich ist auch der Erfolg im Recruiting. Wir haben von Jänner bis Mai 2026 im Verhältnis zu den ausgeschriebenen Stellen fast doppelt so viele Bewerber*innen im Alter von 50 plus als im Vergleichszeitraum von 2024. Das zeigt uns: Es lohnt sich, erfahrene Mitarbeiter*innen gezielt anzusprechen, das Wissen wertzuschätzen und die Rahmenbedingungen aktiv zu gestalten. Das betriebliche Übergangsmanagement ist jetzt fixer Bestandteil vom betrieblichen Gesundheitsmanagement bei HABIT.
Petra Rust: Die Universität Wien zeichnet sich durch eine sehr hohe Studierendenzahl aus. Wir haben ungefähr 85.000 nationale bzw. internationale Studierende. Das heißt, wenn wir an der Universität Wien was bewegen, dann bewegen wir auch richtig viel. Und unser Projekt Studentische Gesundheit im Fokus hat unter anderem das Ziel, Gesundheit in den Studienalltag zu tragen. Das heißt, wir bedienen die Gesundheit vielfältig, nämlich vom Blickwinkel einer ausgewogenen Ernährung, ausreichend Bewegung, und wir stärken die mentale Gesundheit. Wir haben das Projekt eingereicht beim Fonds Gesundes Österreich und wurden zum Glück auserwählt. Uns war es besonders wichtig, Verhaltensprävention mit Verhältnisprävention zu kombinieren und Studierende partizipativ teilhaben zu lassen. Und nur durch die Kooperation der vielen Akteure an der Universität Wien der Studierenden, aber auch der Lehrenden mit unserem wirklich sehr kompetenten Team können wir Studentische Gesundheit im Fokus auch wirklich nachhaltig an der Universität Wien verankern und hoffentlich einen wesentlichen Beitrag auch für die Gesellschaft tragen. Denn die Studierenden, die dann quasi ihr Wissen nach außen tragen oder sich entsprechend verhalten, gestalten die Zukunft.
Lisa Schwetz: Der Wiener Gesundheitsverbund ist der größte Gesundheitsdienstleister in Österreich und mehr als 30.000 Mitarbeiter*innen bringen einen enormen Wissensschatz und eine riesige Expertise zusammen. Nur weil man im Gesundheitsbereich arbeitet, bedeutet das natürlich nicht automatisch, dass man sich mit allen Gesundheitsthemen auskennt. Wir haben auch Mitarbeiter*innen im nicht klinischen Bereich, und oft sind unsere Mitarbeiter*innen auf ihr Fachgebiet spezialisiert. Und wir wollten einfach schauen, dass die Mitarbeiter*innen auch die anderen Bereiche ein bisschen kennenlernen. Und genau da setzt „Klinikkosmos – Der Wiener Gesundheistpodcast“ an. Seit September 2025 sprechen wir mit unseren Mitarbeiter*innen, mit unseren Expert*innen über ihre Themen, über ihre Inhalte, über Medizin, Pflege, Therapie, Gesundheit und versuchen, das so nahbar und verständlich wie möglich rüberzubringen. Und das Coole ist, wir sprechen über Themen von A wie Antibiotikaresistenz bis Z wie Zentrale Notaufnahme. Also es sind eine riesige Palette und total spannende Themen. So entsteht Gesundheitswissen, das dauerhaft nachhörbar ist, und das für unsere Mitarbeiter*innen, für Wiener*innen oder für Leute, die gerade einen Gesundheitsberufe erlernen. Und wir merken, dass es ankommt. Also wir bekommen immer wieder die Rückmeldungen: „So cool, dass ihr darüber gesprochen habt.“ Und: „Das wusste ich noch gar nicht.“ Also es ist schön zu sehen, dass das Wissen wirklich dort ankommt, wo es ankommen soll.
Gefühls-Notfallkoffer für Volksschulkinder
Der „Gefühls-Notfallkoffer für Volksschulkinder“ wurde aus einem Präventionsworkshop zum Thema Emotionen entwickelt. Der Koffer steht den Kindern im Klassenzimmer zur Verfügung und enthält unterschiedliche Methoden, die dabei helfen, Gefühle auszudrücken, durchzuatmen, Mut zu fassen sowie über Berührung und Wahrnehmung zur Ruhe zu kommen. Das Projekt unterstützt Kinder dabei, ihre Gefühle selbst zu regulieren, und soll gleichzeitig Empathie, Klassenklima und Gemeinschaft stärken.
Betriebliches Übergangsmanagement bei HABIT
Das betriebliche Übergangsmanagement bei HABIT – Haus der Barmherzigkeit Inklusionsteam beschäftigt sich damit, wie ältere Mitarbeiter gesund und motiviert im Berufsleben bleiben und wie wertvolles Erfahrungswissen im Unternehmen erhalten werden kann. Neben der Beteiligung der Mitarbeiter und Workshops für Führungskräfte spielt auch die gezielte Ansprache von Menschen über 50 eine wichtige Rolle. Das Übergangsmanagement ist mittlerweile fixer Bestandteil des betrieblichen Gesundheitsmanagements bei HABIT.
Studentische Gesundheit im Fokus
Das Projekt „Studentische Gesundheit im Fokus“ der Universität Wien bringt Gesundheitsförderung direkt in den Studienalltag. Im Mittelpunkt stehen ausgewogene Ernährung, Bewegung und mentale Gesundheit. Dabei werden Verhaltens- und Verhältnisprävention miteinander verbunden und Studierende aktiv in die Gestaltung der Maßnahmen einbezogen. Durch die Zusammenarbeit verschiedener Akteur der Universität soll Gesundheitsförderung nachhaltig im Hochschulalltag verankert werden.
Klinikkosmos – Der Wiener Gesundheitspodcast
„Klinikkosmos – Der Wiener Gesundheitspodcast“ des Wiener Gesundheitsverbunds macht medizinisches und gesundheitliches Wissen verständlich und dauerhaft zugänglich. Mitarbeiter und Expert sprechen über Themen aus Medizin, Pflege, Therapie und Gesundheit – von Antibiotikaresistenzen bis zur Zentralen Notaufnahme. Der Podcast richtet sich an Mitarbeiter des Wiener Gesundheitsverbunds ebenso wie an die Wiener Bevölkerung und Menschen in Ausbildung und trägt dazu bei, Gesundheitswissen über den klinischen Bereich hinaus zu vermitteln.
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