Briefing für ein Video: Was Sie vor der Produktion klären sollten
Wer ein Video oder einen Film produzieren lassen möchte, wird früh nach einem Briefing gefragt. Gemeint ist die Beschreibung Ihres Vorhabens: Was soll der Film bewirken, für wen ist er gedacht, wo wird er gezeigt, und was darf er kosten? Je klarer diese Antworten sind, desto genauer kann ich kalkulieren und desto besser passt das Ergebnis.
Auf dieser Seite finden Sie eine Checkliste mit zehn Punkten, die ich in der Praxis für wichtig halte, jeweils mit den Fragen, die ich in Gesprächen mit Kunden stelle. Sie müssen nicht alles beantworten können. Was offen bleibt, klären wir gemeinsam. Die Checkliste ist Hilfe zur Vorbereitung, kein Formular.
Wie ein Projekt danach weitergeht, zeigt die Seite ARBEITSWEISE. Was ein Video ungefähr kostet, steht unter PREISE UND KOSTEN.
Warum ein konkretes Briefing so wichtig ist
Ein gutes Briefing ist die Grundlage für ein passendes Anbot und für ein Video, das hält, was Sie sich davon versprechen. Vier Gründe:
- Genauere Kalkulation: Ohne klare Vorgaben muss ich Annahmen treffen. Stellt sich später heraus, dass mehr nötig ist, etwa zusätzliche Drehtage, Animationen, Sprecher*innen oder Versionen für Social Media, wird es teurer. Ein klares Briefing macht das Anbot belastbar und mit anderen Angeboten vergleichbar.
- Weniger Missverständnisse: Was für Sie „modern“ oder „emotional“ heißt, kann ich anders verstehen. Konkrete Ziele und Beispielfilme, die Ihnen gefallen, machen Erwartungen sichtbar, bevor Geld und Zeit investiert sind.
- Weniger Korrekturschleifen: Stehen Zielgruppe, Kernbotschaft und Stil von Anfang an fest, müssen Drehbuch und Schnitt seltener überarbeitet werden. Das spart Zeit und Kosten auf beiden Seiten.
- Budget dort, wo es wirkt: Weiß ich, was Ihnen am wichtigsten ist, kann ich das Budget gezielt einsetzen, zum Beispiel für Animation, zusätzliche Drehtage oder Musik, statt überall ein wenig zu sparen.
Nebenbei ist das Briefing die gemeinsame Grundlage für Planung, Dreh und Postproduktion. Wenn sich im Lauf des Projekts etwas ändert, können wir darauf zurückgreifen.
Die Briefing-Checkliste: 10 Punkte für Ihr Video
Zu jedem Punkt finden Sie die Fragen, die ich in Gesprächen stelle, und einen Tipp aus der Praxis.
1. Ziel und Zweck des Films
Das ist der wichtigste Punkt. Ein Film, der Bewerber*innen überzeugen soll, sieht anders aus als einer, der ein Produkt erklärt oder eine Veranstaltung dokumentiert.
Fragen:
- Welche Botschaft soll der Film vermitteln?
- Was ist das Hauptziel (z. B. Marke stärken, Mitarbeitende gewinnen, ein Produkt vorstellen, Wissen vermitteln)?
- Wer ist die Zielgruppe (Kunden, Investoren, Bewerber*innen, Studierende, Fachpublikum)?
- Woran erkennen Sie später, dass der Film erfolgreich war?
Tipp: Formulieren Sie das Ziel in einem Satz, etwa: „Der Film soll Fachkräfte auf uns als Arbeitgeber aufmerksam machen.“ Gelingt das nicht in einem Satz, sind es vermutlich zwei Filme.
2. Art des Films und gewünschter Stil
Je nach Ziel eignen sich unterschiedliche Formate, zum Beispiel IMAGEFILME, ERKLÄRVIDEOS, ANIMAITONSFILME, SCHULUNGSFILME, EVENTVIDEOS oder WERBEFILME. Entscheidend ist, was der Film bewirken soll, nicht das Format.
Fragen:
- Soll der Film sachlich, emotional, kreativ oder humorvoll sein?
- Mit realen Aufnahmen, mit Animation oder mit beidem?
- Welche Filme gefallen Ihnen, welche gar nicht?
Tipp: Schicken Sie mir zwei bis drei Beispielfilme, auch von anderen Unternehmen. Daran sehe ich schneller, was Sie meinen, als in jeder Beschreibung. Hilfreich ist auch ein Film, der Ihnen nicht gefällt, mit dem Grund.
3. Inhaltliche Anforderungen
Hier geht es darum, was im Film vorkommen muss.
Fragen:
- Welche Kernaussagen müssen vermittelt werden?
- Sollen Interviews, Sprechertext, Texteinblendungen oder Animationen enthalten sein?
- Gibt es Personen, Produkte, Räume oder Abläufe, die gezeigt werden müssen?
- Gibt es Inhalte, die nicht vorkommen dürfen, etwa aus Datenschutz- oder Rechtsgründen?
Tipp: Weniger ist mehr. Ein Film mit drei klaren Kernaussagen wirkt stärker als einer mit zehn. Haben Sie viel zu sagen, kann eine Serie kurzer Videos sinnvoller sein als ein langer Film.
4. Technische Anforderungen
Länge, Format und Technik beeinflussen Aufwand und Kosten direkt.
Fragen:
- Welche Länge ist geplant (z. B. 60 Sekunden oder 3 Minuten)?
- In welchen Formaten soll geliefert werden (Full-HD, 4K, Querformat, Hochformat für Social Media)?
- Brauchen Sie Untertitel oder Fassungen in mehreren Sprachen?
- Gibt es besondere Wünsche, etwa Drohnenaufnahmen oder Spezialeffekte?
Tipp: Denken Sie an die Verwendung. Wird das Video auch auf Social Media gezeigt, sind Untertitel sinnvoll, weil dort viele Videos ohne Ton angesehen werden.
5. Drehorte und Logistik
Orte, Termine und Zugang bestimmen den Zeitplan und oft auch den Aufwand.
Fragen:
- Wo soll gedreht werden (Firmengebäude, externe Location, Studio, im Freien)?
- Gibt es feste Termine oder Einschränkungen, etwa durch Betriebsabläufe, Veranstaltungen oder Urlaubszeiten?
- Sind Genehmigungen oder Einverständnisse von Personen nötig?
Tipp: Klären Sie früh, wer bei Ihnen für den Dreh zuständig ist und Räume zugänglich macht. Die Verfügbarkeit von Räumen und Personen entscheidet oft über den Terminplan.
6. Budgetrahmen
Viele scheuen sich, ein Budget zu nennen. Dabei hilft es mir, Lösungen vorzuschlagen, die zu Ihrem Rahmen passen, statt ein Anbot zu liefern, das weit daneben liegt.
Fragen:
- Haben Sie eine grobe Vorstellung vom Budget oder einen festen Rahmen?
- Was soll inkludiert sein (z. B. Musiklizenzen, Sprecher*innen, Animation, Untertitel, Versionen)?
- Ist es eine einmalige Produktion oder eine Serie?
Tipp: Nennen Sie auch eine grobe Spanne, wenn Sie keinen festen Betrag haben. Dann sehen wir gemeinsam, was in diesem Rahmen möglich ist. Eine erste Orientierung bietet die Seite PREISE UND KOSTEN.
7. Zeitplan und Deadlines
Ein Film braucht Vorlauf, besonders wenn mehrere Personen mitentscheiden oder ein fester Termin wie eine Messe oder ein Kampagnenstart feststeht.
Fragen:
- Bis wann muss der Film fertig sein, und gibt es einen festen Anlass?
- Gibt es Meilensteine für Dreh, Schnitt und Abnahme?
- Wann sind Ihre Ansprechpersonen für Abstimmungen erreichbar (Urlaube, Betriebsferien)?
Tipp: Planen Sie ausreichend Zeit für Feedback und Freigaben ein. Sie sind ein wichtiger Teil des Zeitplans, nicht nur der Dreh und der Schnitt.
8. Musik, Sprecher*innen und Branding
Ton und Erscheinungsbild prägen die Wirkung eines Films stark.
Fragen:
- Soll Archivmusik verwendet oder individuell komponiert werden?
- Wird eine professionelle Sprecherin oder ein professioneller Sprecher gewünscht, in welcher Sprache und Tonalität?
- Welche Vorgaben zu Corporate Design gibt es (Logo, Farben, Schriften, Animationsstil)?
Tipp: Schicken Sie Logo und Designvorgaben gleich mit dem Briefing, das Logo am besten als Vektordatei (z. B. SVG oder PDF). Gibt es ein Designhandbuch, ist das noch hilfreicher.
9. Veröffentlichung und Verwendung
Wo und wie lange der Film gezeigt wird, beeinflusst Format, Musiklizenzen und Nutzungsrechte.
Fragen:
- Wo soll der Film gezeigt werden (Website, Social Media, Messe, Veranstaltung, Intranet, Schulung)?
- Brauchen Sie Kurzfassungen oder Ausschnitte, etwa für Instagram oder LinkedIn?
- Soll der Film mehrere Jahre im Einsatz bleiben?
Tipp: Wenn der Film lange verwendet werden soll, vermeiden Sie zeitgebundene Inhalte wie Jahreszahlen, Preise oder Personen, die das Unternehmen vielleicht verlassen. Wie Rechte übertragen werden, regelt der Auftragsproduktionsvertrag.
10. Ansprechpersonen und Freigaben
Ein Film mit vielen Mitentscheidenden braucht klare Wege, sonst widersprechen sich Rückmeldungen.
Fragen:
- Wer ist Ihre Kontaktperson für die Videoproduktion?
- Wer entscheidet über Drehbuch und fertigen Film?
- Gibt es interne Freigabeprozesse, etwa durch Geschäftsführung, Rechts- oder Kommunikationsabteilung?
Tipp: Nennen Sie früh alle, die mitreden werden, und sammeln Sie deren Feedback gebündelt, bevor es an mich geht. So bleiben die Rückmeldungen eindeutig.
Muss mein Briefing perfekt sein?
Nein. Viele Kunden kommen mit einer Idee und wenigen Details, und das ist ein guter Startpunkt. Wichtig sind vor allem Ziel, Zielgruppe und Anlass. Den Rest gehen wir im ersten Gespräch gemeinsam durch, persönlich, telefonisch oder per Videokonferenz. Ein unvollständiges Briefing ist besser als keines, und es ist leichter, etwas zu ergänzen, als bei Null anzufangen.
Beispiel: Briefing für ein Employer-Branding-Video
Das folgende Briefing ist frei erfunden und zeigt, wie knapp ein brauchbares Briefing sein kann. Es passt auf eine Seite. Mehr zu diesem Format finden Sie unter EMPLOYER-BRANDING-VIDEOS.
- Ziel: Neue Fachkräfte und Lehrlinge für unsere Werkstatt gewinnen.
- Zielgruppe: Jugendliche und Fachkräfte in Wien und Umgebung.
- Art und Stil: Authentisch und nahbar, mit echten Mitarbeitenden, kein Hochglanz. Als Referenz gefällt uns ein Video eines anderen Betriebs (Link anbei).
- Inhalte: Drei Mitarbeitende im Arbeitsalltag, Einblick in die Werkstatt, ein kurzes Statement der Geschäftsführung.
- Technik: Etwa 90 Sekunden in Full HD, zusätzlich ein 30-Sekunden-Schnitt im Hochformat für Instagram, mit Untertiteln.
- Drehort: Unsere Werkstatt, zwei Drehtage, Mitarbeitende sind vorab informiert.
- Budgetrahmen: ca. 3.500 - 4.800 €
- Zeitplan: Fertig bis Ende März, rechtzeitig vor der Lehrlingsmesse.
- Musik und Branding: Lizenzfreie Musik, Logo und Farben sind im Anhang.
- Veröffentlichung: Karriereseite, Instagram und Messestand.
- Ansprechperson und Freigabe: Die Personalleitung ist Kontaktperson, die Geschäftsführung gibt Drehbuch und fertigen Film frei.
Wie es nach dem Briefing weitergeht
Auf Basis Ihres Briefings erstelle ich eine detaillierte Kalkulation und ein Anbot, in dem Sie nachvollziehen können, wie sich die Kosten zusammensetzen.
Wenn Sie mich beauftragen, folgen Konzept und Drehbuch, Vorproduktion, Dreharbeiten und Postproduktion. Alle Schritte beschreibt die Seite ARBEITSWEISE.
Sie haben ein Projekt im Kopf, aber noch kein fertiges Briefing?
Schreiben Sie mir, was Sie bisher wissen, oder rufen Sie mich an: +43-699-19-25-32-19 oder office@drehstrom.at. Wir klären den Rest gemeinsam, und Sie erhalten ein kostenloses, unverbindliches Anbot.
PREISE UND KOSTEN
Hier erfahren Sie mehr zu Preisen & Kosten für die Produktion von Videos und Filmen
WIE DREHSTROM ARBEITET
Sie wollen Infos über die Arbeitsweise und Preise der Filmproduktion wissen ?
PORTFOLIO ERKUNDEN
Sie wollen sich über das vielfältige Angebot der Drehstrom Filmproduktion informieren ?
KONTAKT AUFNEHMEN
Sie wollen sich für Ihr Videomarketing beraten lassen oder brauchen ein Video ?





